Strengthening Europe’s Digital Resilience: The Cross-Border Cybersecurity Tour #2
Cybersicherheit kennt keine nationalen Grenzen – und Zusammenarbeit sollte es ebenfalls nicht. Die Cross-Border Cybersecurity Tour #2, die am 18. März im East Side Fab stattfand, verkörperte dieses Prinzip, indem sie Vordenker, Gründer, Forschende und politische Akteure aus Frankreich, Luxemburg und Deutschland zusammenbrachte. Die Veranstaltung förderte einen intensiven Dialog und zielte darauf ab, Europas Cybersicherheitsökosystem durch Wissensaustausch und Kooperation zu stärken.
Der Tag begann mit Begrüßungsworten von Jérôme Spinoza, Generalkonsul Frankreichs im Saarland, Tobias Raab, Bürgermeister von Saarbrücken, und Jürgen Philippi, Leiter Startups und Entrepreneurship bei CISPA. Ihre einleitenden Beiträge stellten eine zentrale Frage in den Fokus: Wie kann Europa seine digitale Resilienz in einer zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft verbessern?
Die erste Sitzung mit dem Titel „Europa unter Druck“ bot wertvolle Einblicke führender Sprecher. Alexander Busse, CEO von Cybervize, sprach über die Rolle automatisierter Compliance und deren strategische Bedeutung für Organisationen. Guillaume Henry, CISO bei UEM, beleuchtete die besonderen Cybersicherheitsherausforderungen im Energiesektor. Grégory Flament von Advanced Mediomatrix betonte die Bedeutung von Datensicherheit als souveränes Gut.
Gemeinsam zeigten diese Perspektiven das komplexe Zusammenspiel von Regulierung, Infrastruktur und Technologie, das die heutige Cybersicherheitslandschaft prägt.
In einer anregenden Keynote ging Dr. Kilian Schmidt, CEO von Kertos, einer zentralen Frage nach: Ist Compliance lediglich eine regulatorische Belastung – oder kann sie zu einem Wettbewerbsvorteil werden?
Sein Vortrag zeigte auf, wie automatisierte Compliance Organisationen dabei unterstützen kann, nicht nur regulatorische Anforderungen wie NIS2 zu erfüllen, sondern auch ihre Marktposition und operative Effizienz zu verbessern. Eine anschließende Fragerunde bot den Teilnehmenden praxisnahe Hinweise und Orientierung, insbesondere für Gründerinnen und Gründer in frühen Phasen sowie angehende Unternehmer.
In den Nachmittagssitzungen verlagerte sich der Fokus auf praktische Anwendungen und Wissensaustausch. Zwei parallele Roundtables befassten sich mit realen Anwendungsfällen der Cybersicherheit und Herausforderungen in Lieferketten sowie mit Standards und Rahmenwerken, einschließlich ISO-Anforderungen. Ein weiteres zentrales Thema war der menschliche Faktor als entscheidendes Element von Cybersicherheitsstrategien.
Expertinnen und Experten aus dem europäischen Ökosystem teilten ihre Perspektiven, darunter Eronika Lazar vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Anitha Arulrajakumar vom Luxembourg House of Cybersecurity, Kévin Sanna vom Hub Grand Est Cybersécurité, Pierre-Jean Krauth vom DigitalLab bei ArcelorMittal France, Frédéric Raber vom BSI sowie Christophe Corne von Systancia. Ihre Diskussionen unterstrichen die Bedeutung, Regulierung, industrielle Anforderungen und Innovation grenzüberschreitend in Einklang zu bringen – und machten deutlich, dass effektive Cybersicherheit ebenso sehr von Menschen und Prozessen abhängt wie von Technologie.
Die Veranstaltung endete mit einem Networking-Dinner, das den Teilnehmenden Gelegenheit bot, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Partnerschaften zu knüpfen und den Grundstein für zukünftige Zusammenarbeit zu legen. Die informelle Atmosphäre förderte den weiteren Austausch und den Aufbau nachhaltiger Beziehungen.
Die Cross-Border Cybersecurity Tour #2 zeigte eindrucksvoll die Kraft der Zusammenarbeit über Disziplinen, Sektoren und Länder hinweg. Durch die Zusammenführung führender Stimmen aus Forschung, Wirtschaft und Politik entstand eine Plattform für einen bedeutungsvollen Austausch und konkrete Handlungsempfehlungen.
Für CISPA sind Initiativen wie diese entscheidend, um ein lebendiges Cybersicherheitsökosystem zu fördern – in dem Forschung, Unternehmertum und internationale Zusammenarbeit zusammenwirken, um eine sichere digitale Zukunft für Europa zu gestalten.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert vom World Trade Center Metz-Saarbrücken, East Side Fab, Inspire Metz, Landeshauptstadt Saarbrücken, Loria, CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, und EDIH Saarland.