Nach der offiziellen Begrüßung durch die CISPA-Faculty Dr. Adam Dziedzic und Dr. Franziska Boenisch startete die intensive Arbeitsphase. Innerhalb von nur 24 Stunden entwickelten die Teams kreative und technisch anspruchsvolle Konzepte, die sie anschließend einer Jury präsentierten. Ein besonderer Dank gilt auch unseren Gästen: Michał Zawalski von NVIDIA für seine Keynote zum Thema Benchmark Contamination sowie Prof. Robert Nowak, Deputy Director of Science am Institute of Computer Science der Technischen Universität Warschau, für die herzliche Begrüßung.
Im Rahmen der Challenges bearbeiteten Bachelor- und Masterstudierende aus verschiedenen Ländern drei praxisnahe Aufgaben aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Dabei ging es unter anderem darum zu verstehen, wie Trainingsdaten das Verhalten von KI-Modellen beeinflussen, wie sich Informationen aus Trainingsdaten rekonstruieren lassen und wie die Ergebnisse von KI-Systemen nachvollzogen werden können. Im Fokus einer Challenge stand die Frage, welche sensiblen Informationen moderne KI-Modelle unbeabsichtigt aus ihren Trainingsdaten speichern und preisgeben können. Für diese Challenge entwickelten Forschende des CISPA einen speziellen Datensatz, der realistisch private Nutzendendaten simuliert. Die Teilnehmenden erhielten Zugriff auf ein trainiertes Modell sowie einzelne Hinweise. Ihre Aufgabe bestand darin, mithilfe sogenannter Model-Inversion-Angriffe zu rekonstruieren, welche personenbezogenen Daten sich das Modell aus dem Training gemerkt hatte und wie sich daraus ein vollständiges digitales Profil zusammensetzen lässt. Bewertet wurde, wie präzise die rekonstruierten Datensätze den ursprünglichen Trainingsdaten entsprachen. Die Challenge verdeutlichte damit ein zentrales Sicherheits- und Datenschutzproblem moderner KI-Systeme: Selbst wenn Trainingsdaten nicht direkt zugänglich sind, können Modelle unter bestimmten Umständen unbeabsichtigt Informationen über ihre Trainingsinhalte preisgeben.
Am Ende können die drei Teams (Syntax Terror, zer0_day, Advanced Persistent Thinkers) die Jury in Warschau überzeugen. Die Teilnehmenden bringen dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen und Hintergründe mit: Während einige noch am Anfang ihres Bachelorstudiums stehen, verfügen andere bereits über mehrere Jahre Berufserfahrung im IT-Bereich. Das hohe fachliche Niveau der Teilnehmenden unterstreicht einmal mehr die Stärke und Dynamik der Machine-Learning-Community in Polen, mit der wir am CISPA besonders verbunden sind.
Mit dem Hackathon in Warschau ging damit nicht nur der letzte regionale Hackathon erfolgreich zu Ende, sondern auch eine europaweite Reihe, die zahlreichen Nachwuchstalenten die Möglichkeit bot, ihr Können unter Beweis zu stellen, internationale Kontakte zu knüpfen und an realen Herausforderungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit zu arbeiten. Nun richtet sich der Blick auf den nächsten großen Meilenstein: das CISPA Grand Hackathon Finale. Dort werden die besten Teams der regionalen Wettbewerbe erneut gegeneinander antreten.
Möglich gemacht wurde die europaweite Hackathon Championship durch das Engagement von Dr. Adam Dziedzic und Dr. Franziska Boenisch sowie eines CISPA-Projektteams, die gemeinsam die Organisation der Hackathon Championship quer durch Europa ermöglicht und begleitet haben. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei allen Organisator:innen, Partner:innen und Unterstützenden, die die Durchführung der Veranstaltungsreihe möglich gemacht haben.
Vor allem aber danken wir allen Teilnehmenden für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihren Teamgeist. Es war großartig, euch auf diesem Weg dabei zu haben und wir freuen uns darauf, viele von euch beim großen Finale am CISPA wiederzusehen.
Über die Hackathon Championship
Die CISPA European Cybersecurity & AI Hackathon Championship ist ein europaweiter Wettbewerb, der von November 2025 bis Juni 2026 vom CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit organisiert wird. In regionalen Vorentscheiden in großen europäischen Universitätsstädten treten Bachelor- und Masterstudierende in Teams von bis zu vier Personen an, um innerhalb von 24 Stunden Herausforderungen aus den Bereichen KI und Cybersicherheit zu lösen. Die Gewinner:innen der einzelnen Städte qualifizieren sich für das große Finale in St. Ingbert, wo sie um Geldpreise, Trophäen und Zertifikate konkurrieren. Durch die Zusammenführung junger Talente aus ganz Europa soll diese Meisterschaft nicht nur Innovation und Kompetenzen in vertrauenswürdiger KI und Cybersicherheit fördern, sondern auch eine gesamteuropäische Gemeinschaft aufbauen, die sich der Sicherung unserer digitalen Zukunft verschrieben hat.