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© CISPA/David Baus

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2026-03-23
David Baus

Idea Safari am CISPA: Auf den Spuren der Stoiker

Was passiert, wenn Forschende ihre Arbeit nicht nur in Publikationen, sondern auch in Produkten, Start-ups oder Kooperationen denken? Am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit fand kürzlich die Idea Safari statt – ein Workshop, der genau diese Frage stellt. Inspiriert von der stoischen Tradition, die Reflexion und Perspektivwechsel fördert, entdeckten die Teilnehmer:innen neue Wege, ihre Forschung in die Praxis zu übertragen.

Am vergangenen Donnerstag fand am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit die zweite Idea Safari statt – ein ganztägiger Workshop, der Forschende dazu einlädt, über das Potenzial ihrer Arbeit jenseits von wissenschaftlichen Publikationen nachzudenken. Inspiriert von der stoischen Tradition, die Reflexion, Perspektivwechsel und bewusste Auseinandersetzung mit Ideen fördert, konnten die Teilnehmer:innen neue Blickwinkel auf ihre Forschung entwickeln und unternehmerische Möglichkeiten erkunden.
Zu Beginn stellte Alexander Schwager, Technical Consultant am CISPA, die verschiedenen Career Tracks des Zentrums vor. Dabei wurde deutlich, dass eine wissenschaftliche Laufbahn heute viele unterschiedliche Wege eröffnen kann. Neben dem klassischen akademischen Karrierepfad thematisierte Schwager auch Optionen in der Unternehmensgründung, Privatwirtschaft sowie im öffentlichen Sektor. Ziel war es, den Teilnehmenden zu zeigen, dass Forschung nicht ausschließlich in Publikationen und akademischen Positionen münden muss, sondern auch Ausgangspunkt für Produkte, Start-ups oder Kooperationen mit Industriepartnern sein kann. Besonders für jüngere Teilnehmende – etwa Master- und Bachelor-Studierende – bot dieser Überblick eine wertvolle Orientierung über mögliche Zukunftsaussichten im Forschungsumfeld.

Gegensätzliche Denkweisen

Den inhaltlichen Auftakt bildete anschließend eine Session zu den Chancen und Herausforderungen unternehmerischer Wege für Forschende. Dabei ging es nicht nur um Start-ups, sondern auch um persönliche Motivation, Entscheidungsprozesse und mögliche Karrierepfade jenseits der klassischen akademischen Laufbahn. Außerdem diskutierten die Teilnehmenden die Frage, welche Fähigkeiten Forschende bereits mitbringen, die auch für unternehmerische Tätigkeiten entscheidend sind – von analytischem Denken über Problemlösungskompetenz bis hin zur Fähigkeit, komplexe Ideen verständlich zu kommunizieren. Auch die gegensätzlichen Denk- und Herangehensweisen von Forschung und Unternehmertum zeigte Schwager auf. Zum Beispiel:

Zeithorizont

  • Forschung: Langfristige Projekte, die sich oft über Jahre erstrecken
  • Unternehmertum: Schnelle Entwicklung und kurze Markteinführungszeit

➔ Spannungsfeld: Schwierigkeiten bei der Anpassung an schnellere, iterative Entwicklungszyklen

Perfektionismus vs. Pragmatismus

  • Forschung: Streben nach makellosen, umfassenden Lösungen
  • Unternehmertum: Akzeptanz von „gut genug“ für den Markteintritt

➔ Spannungsfeld: Zurückhaltung bei der Markteinführung von Produkten, bevor diese „perfekt“ sind

Ansatz zum geistigen Eigentum

  • Forschung: Offener Wissensaustausch
  • Unternehmertum: Strategischer Schutz des geistigen Eigentums

➔ Spannungsfeld: Abwägen zwischen offener Innovation und Wettbewerbsvorteil

 

 

© CISPA/David Baus
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Walk Like a Stoic

Ein zentraler Bestandteil des Workshops war die „Stoic Walking Exercise“: In Zweiergruppen verließen die Teilnehmenden das Gebäude und diskutierten im Wechsel ihre Ideen während eines gemeinsamen Spaziergangs. Inspiriert von der stoischen Praxis, Gedanken in Bewegung zu reflektieren und bewusst neue Perspektiven einzunehmen, schuf das Format Raum für offene Gespräche und frische Denkansätze. Die Teilnehmenden nutzten diese Gelegenheit, um erste Überlegungen zu möglichen Anwendungen ihrer Forschung zu teilen und wertvolles Feedback zu erhalten.
Mit Formaten wie der Idea Safari zeigt das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, wie Forschung, Neugier und unternehmerisches Denken zusammenkommen können. Die Veranstaltung bot nicht nur neue Impulse für die eigene Arbeit, sondern auch einen ersten Orientierungspunkt für alle, die darüber nachdenken, ihre Forschung über das Paper hinaus in die Praxis umzusetzen.